MS Dockville – Kunst und Musik

Seit über zehn Jahren wird der Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg einmal im Jahr zum Treffpunkt von Musik- und Kunstfreunden. Beim MS Dockville Festival kommen Musiker und Künstler zusammen, und viele Besucher bringen sich ebenfalls ein, wenn es darum geht, eine Performance zu bieten. Es ist eher ein kollektives Erleben als nur mit dem Handy eine Bühne abzufotografieren, was vor allem an der Kunst liegt, die dort gezeigt wird. Wie viele andere Festivals startete man auch in Hamburg klein, 2007 spielten die Bands 2raumwohnung und Tocotronic vor etwa 5000 Zuschauern. Das änderte sich aber bereits ein Jahr später, als sich die Besucherzahl verdoppelte. Heute kommen bis zu 25.000 Musik- und Kunstinteressierte zum Reiherstieg. Etwa 800 Zuschauer verbringen die Nacht auf dem eigens eingerichteten Campinggelände.

Auch beim MS Dockville Festival ist das Wetter das größte Problem. Zum einen ist es nicht gegen Hochwasser geschützt, zum andern auch nicht dauerhaft befestigt. Dadurch kam es zu schlammigen Wegen, aber auch Problemen mit der Sanitärversorgung kommen. Auch die Umgebung des Geländes verändert sich ständig, so wurden einige der Hallen abgerissen, in denen Konzerte und Kunstausstellungen stattfanden und durch große Zelte ersetzt.

Die Medien stürzen sich meistens auf die bekannte Namen der Musikbranche, die zum Festival kommen, zum Beispiel Tomte, Deichkind, The Lumineers oder Jan Delay. Viele der Musiker sind aus Deutschland und aus verschiedenen Musikrichtungen, insbesondere der elektronischen Musik wird hier auch Raum gegeben.

Ebenso interessant wie die Konzerte sind auch die Kunstausstellungen und Objekte, die es während des Festivals zu sehen gibt. Die Künstler kommen aus dem gesamten europäischen Raum. Es gibt viele Objekte und Installationen zu bestaunen, darunter auch Videokunst und Performances. Sogar die Webseite ist ein kleines Kunstobjekt, das dem Benutzer die Koordinaten auf der Seite in Pixeln anzeigt.

Aufsehen erregte auch eine Kunstform, die in Zusammenarbeit mit dem Festival in Roskilde ins Leben gerufen wurde: Man gründete die Church of Beer und symbolisierte sie in einer Bierdosenskulptur.